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Richtlinien
Dies hier sind Richtlinien für diejenigen, die gute Dharmaschüler von Nyernga Ngakde sein wollen

Sich der Übertragungslinie anschließen

Linien sind im Vajrayana Buddhismus von übergeordneter Bedeutung. Alle Erleuchteten haben gelehrt, dass es ohne Übertragungslinie keine Möglichkeit gibt, innerhalb einer Lebenszeit Erleuchtung zu erlangen. Ohne Linie könnte kein Praktizierender die Segnungen erhalten, deren Fluss ohne Unterbrechung von Samantabhadra zu Padmasambhava und zum gegenwärtigen Linienhalter-Lama weitergeführt worden ist. Ohne diesen Segen der Linie wird man nicht angemessen reifen, und das Herz kann nicht geöffnet werden. Die Übertragungslinie sorgt auch für Authentizität und gibt eine Garantie für unsere Praxis, indem sie sicherstellt, dass unsere Praxisanweisungen nicht den verzerrten Kultvorstellungen eines vergifteten Geistes entstammen. So garantieren die Lehren der Linie für die Qualität des Lamas, auf die die Menschen sich verlassen und der sie vertrauen können. Außerdem ist die Linie die wichtigste Art und Weise, die reine Weisheitstradition zu bewahren, zu pflegen und zu verbreiten.

Allein in der Schule der Nyingmapas gibt es die inneren drei oder sechs Hauptüberlieferungslinien auf den unterschiedlichen geistigen Ebenen der Wesen, und es gibt die äußeren hundert Haupt- und tausend Nebenlinien. Nyernga Ngakde hat das Erbe der althergebrachten Kama (mündlichen) Lehrüberlieferung und der Linien von Dudjom Tersar, Changter und Longchen Nyingtik angetreten. Der Großteil der Sangha praktiziert nach der Übertragung von Dudjom Tersar und Changter. Die Gemeinschaft von Nyernga Ngakde wird ermutigt, die philosophischen Belehrungen verschiedener Schulen zu hören, um den Geist von Rime zu erhalten. Bis ein gewisser Grad an Verwirklichung erreicht ist, soll der Schwerpunkt jedoch auf der Praxis der Linie liegen. Später kann der Schüler sich dann entsprechend seiner Kapazität so viele Praktiken von anderen Linien aneignen, wie es ihm möglich ist (siehe Menüpunkt „Linie“).

Die Beziehung zwischen Lama und Schüler

Die Lama-Schüler-Beziehung ist entscheidend für unsere Entwicklung. Wenn wir eine gute und gesunde Verbindung zu unserem Lama herstellen, wird uns daraus eine große Hilfe zur Förderung unserer Dharmapraxis erwachsen. Deswegen sollten wir den Lama respektieren und seine Belehrungen und seinen gütigen Rat wertschätzen. Wir dürfen die Verbindung zu unserem Lama nicht für selbstverständlich halten. Wenn er Kritik an uns übt, sollten wir bereit sein, sie zu akzeptieren und als Rat zugunsten unseres Wohlergehens zu betrachten, anstatt sie persönlich zu nehmen. Wann immer es möglich ist, sollten wir Unterricht und Unterweisungen nehmen. Und wir sollten die Belehrungen in die Tat umsetzen, während wir in der Nähe des Lamas sind, aber auch, wenn wir fern von unserem Lama sind, und ganz besonders, wenn wir unseren Lama nicht oft sehen.

Wir sollten uns nicht vollständig vom Lama abhängig machen. Werdet nicht zu geistlosen Schülern. Der Buddha hat gesagt, dass letztendlich unser Geist der uns eigene Lama ist und dass wir unsere eigenen Zeugen sind. In einem Sprichwort heißt es: „Wenn du zu nahe am Lama bist, ist es, als wärest du zu nahe an einem Feuer, und du wirst verbrannt; wenn du zu weit vom Lama entfernt bist, wirst du nicht in den Genuss der Wärme seiner Segnungen gelangen.“ Aber bevor du überhaupt eine solche Beziehung eingehst, prüfe den Lama sorgfältig; sobald du einen Lama als spirituellen Führer für dein Leben gewählt hast, musst du dich an das Ehrenwort (Samaya) halten.


Die Dharmapraxis organisieren

Praktizierende sollten ihre Dharmapraxis in ihr tägliches Leben eingliedern. Für einen ernsthaften Übenden ist es obligatorisch, jeden Tag ein paar Stunden mit Dharma zu verbringen. Wir können leicht 15 Stunden am Tag für unser weltliches Leben verbrauchen, aber nicht einmal ein paar Stunden für unser spirituelles Leben: wie viel Entwicklung und Transformation können wir so erwarten?

Wenn du einmal einen Zeitplan entwickelt und mit regelmäßiger Praxis begonnen hast, halte, abgesehen von Notsituationen, deine Routine aufrecht. Stelle dir immer wieder folgende Fragen: „Was ist meine Dharmapraxis? Wo ist meine Dharmapraxis? Was ist meine Motivation? Wie sehr gehen meine Geistesgifte zurück?“ Wenn wir unsere Dharmapraxis nicht organisieren und nicht jeden Tag praktizieren, wenn wir auf eine Zeit in der Zukunft warten, in der dann die Dharmapraxis mit uns geschehen soll, oder wenn wir uns sagen: „Eines Tages werde ich ein langes Retreat oder eine ausführliche Meditation machen“, dann könnte unglücklicherweise die Gelegenheit dazu niemals kommen. Erinnere dich, dass das Leben flüchtig ist wie ein Lichtblitz oder wie ein Traum. Vierzig Jahre werden vergehen wie eine Wolke im Herbst. Wir sind in diese Welt hineingeboren, und eines Tages werden wir sterben, und unser ganzes Leben wird wie ein vorübergehender Traum gewesen sein. Wir müssen ernsthafte Dharmapraktizierende sein, und wir sollten einander nicht die Zeit verschwenden.

Manche Leute mögen das Gefühl haben, dass die Praktiken, die sie verrichtet haben, Routinerezitationen und Pflichtübungen geworden sind, so dass es in der Praxis keine Freude mehr gibt. Das passiert besonders, wenn Leute sehr müde sind und versuchen, all ihre Verbindlichkeiten zu erledigen, bevor sie ins Bett gehen. Wenn wir keine Freude erfahren oder uns bei unseren Praktiken nicht wohlfühlen, werden sie wie religiöse Verehrung, anstatt uns mit spiritueller Inspiration zu versorgen und die Entwicklung von liebender Güte und von letztendlicher Kreativität und Glückseligkeit zu bewirken. Viele Leute praktizieren Religion, aber sie sind nicht unbedingt alle spirituell.

Wer wichtige Fragen zu seiner Praxis hat, kann, wenn der Lama nicht zugegen ist, immer noch über E-Mail oder Telefon fragen, oder, wenn der Lama im Retreat ist, sich an erfahrene Schüler wenden.

Solltest du eines deiner Gelübde gebrochen oder deine Verpflichtungen nicht eingehalten haben, fühle dich zu dieser Zeit oder in diesem Fall nicht übertrieben schuldig! Es gibt eine Menge Praktiken, um Gelübde wiederherzustellen. Hast du ein Gelübde oder eine Verpflichtung gebrochen, so gib deswegen nicht auf. Fahre mit deiner Praxis fort. Wenn wir unsere Gelübde gebrochen haben, bedeutet das nicht, dass unsere Praxis danach nicht mehr gültig ist. Ein Sprichwort sagt: „Wenn Du vergessen hast, zu frühstücken, dann ist das nicht das Ende. Du machst weiter und isst zu Mittag.“


Sozial tätig sein

Die Sangha von Nyernga Ngakde sollte gesellschaftlich aktiv und engagiert sein. Die Gemeinschaft wird ermutigt, sich an wohltätiger Arbeit und anderen Aktivitäten zu beteiligen, um bedürftigen Menschen zu helfen. Wir können das entweder tun, indem wir finanzielle Beiträge leisten oder auf andere Weise helfen. Das ist sehr wichtig.

Wir wollen Euch auch bitten, Menschen zu helfen, die an Ungerechtigkeit und Unterdrückung leiden, so wie die Tibeter und viele andere überall auf der Welt. Denen, die sich gegen die Umweltzerstörung engagieren, helfen wir, indem wir die Umweltschutzbewegung darin unterstützen, Wälder zu retten, wilde Tiere zu schützen usw. Wir sollten versuchen, alles in unserer Macht stehende zu tun und nicht auf eine Weise zu handeln, die Probleme für die Umwelt verursachen oder anderen Schaden zufügen würde. In der Art, wie wir unseren Lebensunterhalt verdienen, in unseren Berufen und im Leben ganz allgemein müssen wir unser Bestes tun, um anderen Menschen und Tieren nicht wehzutun und auch Rohstoffe auf die bestmögliche Art zu verwenden.

Es ist sehr heilsam, sein Zentrum und seine Gemeinschaft zu unterstützen. Leiste regelmäßige Dienste in deinem Zentrum/ deiner Gemeinschaft. Übernimm eine Aufgabe und führe sie aus! Verantwortliche Teilnahme ist wesentlich für das Wohlergehen der Gemeinschaft. Sei jedem Mitglied deiner spirituellen Gemeinschaft ein geistiger Freund. Behandle alle Wesen als deine Gäste.